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In 1967 bin ich in einem kleinen flämischen Dorf in der Nähe von Ghent geboren. Ich bin die mittlere (von 5 Kindern) Tochter eines Landartzes, von dem Typ den es heute so nicht mehr gibt. Mein Vater hat nähmlich ALLES gemacht: neben die üblichen Krankheiten und Wehwehchen, die Entbindungen , die Knochenbrüche , die Labo- Untersuchungen,... Also gab es bei uns allerlei dolle Geräte, sowie Mikroskope, Blutzentrifugen , Riesensterilisatoren,..., und am Wichtigsten für mich: ein eigenes dunkles Röntgenzimmer mit alles was dazu gehört. Wir hatten ein Röntgengerät und Lichtschränke wo man die X-Foto´s super betrachten konnte. So hatte ich schon  Faszination für dem Material ab Mini-Alter. Der entpersonnifierte Mensch, das Innere eines Menschen,... .
Grundschule lief ich in dem kleinen Dörfchen, Gymnasium in Oudenaarde, das nächste kleine Städtchen. Ab Studium war ich in Ghent, erst habe ich Mathe studiert, dann Malerei absolviert.
Die Kombination sagt schon was über meine Mix- Denkart. Einerseits bin ich sehr logisch, rationell, positivistisch. Andererseits suche ich der Gegenpol, das Unfassbare, das Kulturelle... Das fing an mit einer grossen Interesse für die Malerei aus den Goldenen Jahrhundert unseres Abendlandes (vor allem Stillleben und Landschaft) und breitete sich mit der Zeit zum Weiten Osten.
Gleichzeitig verbesserten sich meine grafische Computerfertigkeiten und entdeckte (nicht wenig durch meinen Kindern) dadurch die spezielle Esthetik der Jugendkultur und des Virtuellen. Ich begann Wege zu suchen diese Sachen in meiner Kunst zu vereinen, und durch so eine Art Doppeltbeleuchtung verschiedenen Sujets anders zu betrachten. Wichtig ist mir dabei, das ich auf diese Weise ein breiteres Publikum erzielen kann, jung und alt, Kunstkenner und Laie.
 
 

Arbeitsweise

A. Meistens arbeite ich projektgebunden:

Ein Par Beispiele:

1 HowareYou    2002

interaktive internetkunst / multimedia Ausstellung in Galerie Kallenbach in Bonn

Die Besucher meiner website füllten das HowAreYou?- Formular aus. Sie klicken in 3-Lebensjahrabschnitten den Wert ihres jeweiligen Hintergrundgefühles an :

5 supergut ,4, 3, 2, 1,bis 0 sehr schlecht.

So kriege ich eine Kurve pro onlinebesucher, drehe die 3d-grafisch zu vasähnlichen Formen. Ich stellte die zusammen in einem virtuellen Stillleben.  Die Vasen ließ ich in Holz drehen und setzte sie unsichtbar in einem Tastkasten. Auf der Howareyou?-Ausstellung konnten die Besucher diese Gefühlsgefäße abtasten  und eine Kurve aufmalen . Wiederum drehte ich sie um die Z-Achse un machte ein neues Stillleben. Die Kommunikation zwischen Online- und Offlinebesucher lief über das alte Medium Stillleben.

2  Confluentes 2003

internationale Ausstellung im Ludwigmuseum von Koblenz, thema "Confluentes"=Koblenz of "Confluentes"=zusammenfließen (von Rhein und Mosel)

Als Altstudent von Gent (ganda, zusammenfließen von Schelde und Leie), hatte ich die Idee für Koblenz ein flämisches   "Bloemenstukje" zu malen und eine 3d-grafische Blume zu entwicklen, die sich in den Bouquet zusammen mit Blumen aus alten Stillleben und Welche nach der Realität gemalt, befinden. Als Antagonist für diese regionale Blume , entwarf ich eine  dandelion, Löwenzahn, die "gemeine" Blume von Überall. Eine animierte Video-arbeit zeigt eine bizarre Romance von Flora Koblenza und eine reifen Dandelion: angekommen an der Mündung von einem Fluß in  einem Anderen, pustet sie ihn aus.

3 Hole   2004

art computer game / dance performance

Online konnten Besucher mir deren Profil schicken oder bei mir im Atelier abzeichnen lassen. Wiederum drehte ich die Gesichtskurven um einer Achse und eine Sorte "Gesichtsvasen" entstanden. Die setzte ich in dem virtuellen Spielraum meines Computerspiels "Hole", wo man als leere Künstler "ein Loch" suchen muss, durch schießen auf den Vasen punkte scoren kann, sich wehren muss gegen beissenden Hunden, winkenden Kuratoren, anderen Künstlern... In eine Performance spielte ein Kind das Spiel und determinierte so die Choreografie von 2 Tänzer.

B Typisch und ganz wichtig in meiner Arbeit ist das Vereinen von alten und neuen Medien, das verschmelzen von Realität und Virtualität:

Manchmal entstehen Figuren oder Ideen aus Skizzen, bestehen Texturen für meine 3d-Modelle aus Malereien. Manchmal entwickle ich erst alles am Computer und entstehen während und nach dem Animieren die Malereien. Oder ich male eine Riesenarbeit und projizziere eine Videoarbeit darauf.

Immer anders gestaltet sich die Verbindung zwischen alte und neue Medien und ich liebe es zu beobachten  welches Teil die Besucher länger oder kürzer betrachten.  

Ein Par Beispiele:

1 Stain before stair   2005

two-channel video-installation

Im Video geht´s om die Kunst, die Kunstgeschichte, deren Impakt auf uns Menschen. In den Malereien verzichte ich auf das Sujet Kunst und lasse den Menschen und seine Innere Welt nach vorne treten.

2 Relace     2006

video-installation, der computervideo relace wird gebeamt auf einer Riesenmalerei.

Ein Spitzenteilchen fliegt durch einer chinesischen Landschaft und ist der Auslöser eine Reihe surrealistischen Erreignisse. Die Malerei Lace (oben rechts unten) entstand während des Modellierens.

Die Textur vom Fell des Protagonistes (Stubentiger) ist gemalt. Der Stubentiger wirkt verfremdet mit seinem "echten", aber gemalten Tigerfell.

3 Mama 2007

Ich modellierte eine weibliche Figur aus einem Bild von Zhang Xiaogang (die Mutter) und gebe sie hier im Westen neues Leben. Ich malte die Mama und nahm bei jeder Pinselschritt ein Foto. Diese Fotos wurden an einander zu einem film (man sieht wie sich die "mama" malt) , der  so zu eine verändernden Textur auf dem  3d-model (Gesicht) wurde.Ich entwickelte ein  Blockpuzzlespiel als Überblendungsverfahren und lies so 6 verschiedenen mama-Sequenzen in einander blenden. Musik: das bekannte chinesische "mama" lied.

4 Porzellan des Abends 2008

Ich malte eine auf Böcklin inspirierte Ruinenlandschaft . (Die Ruine ist der verwitterte WhiteCube mit Barocktreppe aus stain before stair. ) Diese Landschaft veränderte ich zu einer weißblauer Textur für die Porzellantasse aus Porzellan des Abends, 1e Teil.

Ich modellierte dann die ganze landschaft nochmal in 3d.

Diese Böcklin/Rilkeartige Ruinenlandschaft baut sich in Porzellan des Abends, 2e Teil, langsam um zu einer Hanshuilandschaft (Han:berg, shui: Wasser) und zurück.

 

5 Compadre gringo    2008

In diesem Computervideo sind z.b. die ganzen Coniferen Tuschezeichnungen.